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"Berlin Alexanderplatz" wird digital aufbereitet für Kino und DVD

In einer Kooperation zwischen der Rainer Werner Fassbinder Foundation und der Bavaria Media GmbH wird "Berliner Alexanderplatz", das zentrale Lebenswerk der deutschen Regielegende Rainer Werner Fassbinder, mit großem Aufwand restauriert. Unter der künstlerischen Leitung des damaligen Kameramannes Xaver Schwarzenberger, der Herstellungsleitung von Dieter Minx, seinerzeit Produktionsleiter und unter der Gesamtleitung der damaligen Cutterin und heutigen Präsidentin der Fassbinder Foundation, Juliane Lorenz, wird das über 900 Minuten umfassende 16-mm-Material für die zeitgenössische Rezeption digital und in intendierter Werktreue aufbereitet. Die Bavaria Film International übernimmt den Weltvertrieb. Förderer dieses Mammutprojekts sind die Kulturstiftung des Bundes, die Filmstiftung Nordrhein-Westfalen, das Medienboard Berlin-Brandenburg, sowie German Films, mit Unterstützung durch The Museum of Modern Art New York und die Rainer Werner Fassbinder Foundation. Das nach neuestem Stand der Technik erfolgende "Digital Remastering" wird in einer Gemeinschaftsarbeit der Postproduktionsspezialisten Arri und Cinepostproduction realisiert, die das 14-teilige und ursprünglich als TV-Serie konzipierte Werk "Berliner Alexanderplatz" im 2K-Scan-Verfahren und mit digitaler Einzelbildretusche zur Auswertung auf DVD und (HD)TV, aber auch für Festivalsonderaufführungen und Eventveranstaltungen aufbereiten. Die Restaurierung des Werkes wird Anfang 2007 abgeschlossen sein und markiert damit das 25. Todesjahr von Rainer Werner Fassbinder. Die groß angelegten Dreharbeiten zu "Berliner Alexanderplatz", der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Alfred Döblin im Auftrag von Westdeutschem Rundfunk (WDR) und Radiotelevisione Italiana (RAI), fanden zwischen Juni 1979 und April 1980 an Originalschauplätzen in Berlin und in den Bavaria Studios in Geiselgasteig statt und wurden von der Bavaria Atelier GmbH durchgeführt. Als Kameramann fungierte der später auch als Regisseur tätige Xaver Schwarzenberger ("Schtonk!", "Margarete Steiff"). Die TV-Serie wurde wenige Monate später außer Konkurrenz beim Internationalen Filmfestival in Venedig gezeigt. Die anschließende ARD-Ausstrahlung ab 12. Oktober 1980 sorgte bereits nach den ersten Episoden für ebenso intensiven wie kontroversen öffentlichen Gesprächsstoff sowie für eine begeisterte Resonanz bei der nationalen und internationalen Filmkritik. Rainer Werner Fassbinder (1945-1982) gilt als bedeutendster deutscher Nachkriegs-Filmemacher und nutzte für sein Schaffen die Medien Kino und Fernsehen gleichermaßen. Seine scharfsichtigen filmischen Analysen (u.a. "Die Ehe der Maria Braun", "Lola") befassten sich fast immer mit der Verzweiflung und den Härten einer auf dem schieren Materialismus basierenden westdeutschen Gesellschaft, ähnlich wie es Alfred Döblin in seiner stilbildenden Romanvorlage "Berlin Alexanderplatz" bereits für die Zeit der Weimarer Republik beschrieben hatte.

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